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power – strom und macht

AKW Fort Calhoun (USA)

Susanne Gerber

15.06.2011

Das Kernkraftwerk in Nebraska wird seit Tagen von einem Hochwasser bedroht. Zur Abwehr des Hochwassers wurden Maßnahmen mit Sandsäcken eingeleitet. Der Reaktor bleibt aufgrund des Hochwassers nach einer Revision bis auf weiteres abgeschaltet. Seit dem 06. Juni 2011 wird das Hochwasser als Sicherheitsrisiko mit der Stärke 0 bewertet (Ereignis ohne oder mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung). Inzwischen wird das Hochwasser als Unfall der Stufe 4 bewertet. Das bedeutet, das Kernkraftwerk ist in akuter Gefahr. Wasser würde bereits in das Gelände eindringen. Der Wetterbericht sagt ein weiteres Steigen des Wassers auch noch für längere Sicht voraus. Die vorhandenen Dämme sind nicht für ein derartiges Hochwasser ausgelegt. Flussaufwärts kam es bereits zu mehreren schweren Dammbrüchen. Die Behörden haben ein Flugverbot im Gebiet um das Kernkraftwerk erlassen. Arnie Gundersen dazu: Sandsäcke und die Sicherheit eines Kernkraftwerks gehören eigentlich nicht in den selben Satz. Der Experte für Kernkraftwerke beurteilt die Situation als extrem kritisch, insbesondere ein Dammbruch kann nun zu einer Wiederholung der Vorfälle aus Fukushima binnerhalb der USA führen. Am 07. Juni 2011 kam es im Kernkraftwerk zu einer Rauchentwicklung in einem Schaltraum. In diesem Zusammenhang zu einem Ausfall der Kühlung des offenen, wassergekühlten Atommülllagers (Abklingbecken). Aufgrund des Löschsystems  musste die Anlage teilweise evakuiert werden. Laut Betreiber steht dieses Ereignis in keinem Zusammenhang mit dem Hochwasser, auch könne der Ausbruch eines Feuers nicht bestätigt werden. Bei Eintreffen der Feuerwehr war kein Feuer feststellbar. Der Betreiber weiter: Die Kühlung konnte nach etwa 90 Minuten wieder hergestellt werden. Das Wasser im Becken habe sich nur geringfügig erwärmt. Eine kritische Situation wäre erst nach etwa 88 Stunden ohne Kühlung zu erwarten gewesen. Während des Vorfalls wurde die Störung mit INES 2 (Störfall) bewertet.  Es habe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden. Ein Ausfall der Kühlung eines Abklingbeckens kann nach unserer Einschätzung durchaus als Ernster Störfall der Stufe 3 bewertet werden, da mit dem Ausfall der Kühlung die einzige Sicherheitsbarire, das Wasser im Abklingbecken, akut gefährdet ist. In Fukushima hat ein solcher Vorfall das Reaktorgebäude 4 des Kernkraftwerks Fukushima 1 (Diichi) zerstört. Des weiteren kam es vermutlich im Abklingbecken des Reaktor 3 in Fukushima 1 (Diichi) zu einer Kernexplosion.2010 hat eine Untersuchung festgestellt, dass das Kernkraftwerk nicht ausreichend gegen eine Flut geschützt ist. 2011 wurden daher bauliche Veränderungen vorgenommen. Dennoch bereitet das derzeit herrschende Hochwasser Kopfzerbrechen.

http://www.anti-atom-piraten.de/2011/06/zwischenfall-im-akw-fort-calhoun-usa/

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